Reolink Argus 3 Ultra im Test: 4K-Akkukamera mit Solarpanel

Die Reolink Argus 3 Ultra richtet sich an alle, die den Eingang, die Einfahrt oder den Garten mit einer kabellosen Kamera überwachen wollen, ohne dafür eine Stromleitung verlegen zu müssen. Sie kommt mit Akku und Solarpanel, arbeitet in 4K-Auflösung und lässt sich über WLAN in bestehende Netzwerke einbinden.
Auffällig ist das Zusammenspiel aus Auflösung und Sichtfeld: 3840 x 2160 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde treffen auf ein diagonales Sichtfeld von 125 Grad, sodass eine einzelne Kamera bereits einen großen Bereich vor der Haustür oder entlang der Einfahrt abdeckt.
Getragen wird das Ganze von einem 21,6-Wh-Akku, der sich über das mitgelieferte Solarpanel dauerhaft nachladen lässt, sowie von einer PIR-Bewegungserkennung mit bis zu 10 Metern Reichweite. Für die Nacht sorgen Infrarot-Nachtsicht bis 10 Meter und zwei Spotlights mit je 2 Watt für farbige Nachtsicht.
Die Daten im Überblick
| Modell | Reolink Argus 3 Ultra |
|---|---|
| Auflösung | 3840 x 2160 Pixel (8 Megapixel) bei 15 fps |
| Sensor | 1/2,7-Zoll-CMOS-Sensor |
| Sichtfeld | Horizontal 105°, vertikal 55°, diagonal 125° |
| Akku | 21,6 Wh wiederaufladbarer Akku, per Solarpanel nachladbar |
| Bewegungserkennung | PIR-Reichweite einstellbar bis zu 10 m, Erkennungswinkel 100° horizontal |
| Nachtsicht | Infrarot bis 10 m, Farbnachtsicht über 2 Spotlights mit je 2 Watt |
| Wetterschutz | IP65, Betriebstemperatur -10°C bis +55°C |
| Speicher | microSD-Karte bis 512 GB, Reolink Cloud |
Werte nach den Angaben von Reolink.
Wie sich 4K-Auflösung und 125 Grad Sichtfeld im Alltag zeigen
3840 x 2160 Pixel bedeuten, dass auch bei einem weiten Bildausschnitt noch genügend Details erkennbar bleiben, etwa Gesichter an der Haustür oder Kennzeichen auf der Einfahrt. Bei geringerer Auflösung müsste die Kamera näher am Geschehen positioniert werden, um vergleichbare Details zu liefern.
Das diagonale Sichtfeld von 125 Grad deckt dabei einen deutlich größeren Bereich ab als schmaler ausgelegte Kameras. Für die meisten Einfahrten oder Hauseingänge reicht eine einzelne Argus 3 Ultra damit aus, um den relevanten Bereich vollständig zu erfassen, statt mehrere Kameras für verschiedene Blickwinkel montieren zu müssen.
Wer die Nachtsicht lieber über einen kräftigen Scheinwerfer statt über zwei Spotlights löst, findet einen Überblick bei den getesteten Sicherheitskameras mit Scheinwerfer.
Akku, Solarpanel und Bewegungserkennung im Zusammenspiel
Der 21,6-Wh-Akku ist so ausgelegt, dass er über das mitgelieferte Solarpanel dauerhaft nachgeladen wird, statt dass die Kamera regelmäßig abgenommen und an eine Steckdose gehängt werden muss. Das macht die Argus 3 Ultra auch an Stellen einsetzbar, an denen keine Stromleitung vorhanden ist, etwa an einer freistehenden Gartenmauer oder am Carport.
Die PIR-Bewegungserkennung mit einstellbarer Reichweite bis zu 10 Metern und einem Erkennungswinkel von 100 Grad horizontal sorgt dafür, dass die Kamera gezielt bei Bewegung im relevanten Bereich aufwacht, statt durchgehend mit voller Leistung zu laufen. Das schont den Akku zusätzlich zur Solarnachladung.
Nachtsicht mit Infrarot und farbigen Spotlights
Für die Nacht stehen zwei Modi zur Verfügung: klassische Infrarot-Nachtsicht mit einer Reichweite von bis zu 10 Metern für unauffällige Beobachtung, und Farbnachtsicht über zwei Spotlights mit je 2 Watt und 6500 Kelvin Farbtemperatur. Die Spotlights liefern dabei farbige statt monochrome Bilder, was die Wiedererkennung von Kleidung oder Fahrzeugfarben erleichtert.
Welcher Modus sinnvoller ist, hängt vom Einsatzort ab: Wer die Kamera möglichst unauffällig betreiben will, bleibt bei reiner Infrarot-Nachtsicht, wer dagegen zusätzlich abschrecken und farbige Details festhalten will, aktiviert die Spotlights bei erkannter Bewegung.
Wo die Argus 3 Ultra an Grenzen kommt
Dafür
- 3840 x 2160 Pixel Auflösung über einen 1/2,7-Zoll-CMOS-Sensor
- 125 Grad diagonales Sichtfeld deckt große Bereiche ab
- 21,6-Wh-Akku mit Solarpanel für dauerhaften kabellosen Betrieb
- Infrarot- und Farbnachtsicht über zwei Spotlights mit je 2 Watt
- IP65-Wetterschutz für den durchgehenden Außeneinsatz
Dagegen
- Kein Schwenk-/Neige-Mechanismus, die Argus PT Ultra deckt mit Pan 355° und Tilt 140° mehr Fläche ab
- 1/2,7-Zoll-Sensor, die Argus 4 Pro arbeitet mit einem größeren 1/1,8-Zoll-Sensor
- PIR-Erkennungswinkel auf 100° horizontal begrenzt
- Bildrate von 15 fps, für schnelle Bewegungen kein flüssiges Videobild
- Kein Touchscreen-Bedienteil, Konfiguration nur über die App
Die Einschränkungen betreffen vor allem Funktionen wie Schwenkbarkeit oder Sensorgröße, die Reolink in benachbarten Modellen der gleichen Produktfamilie anbietet, nicht die grundlegende Aufnahmequalität. Wer eine feststehende Kamera mit großem Sichtfeld sucht, bekommt mit der Argus 3 Ultra bereits eine solide Abdeckung.
Passt die Argus 3 Ultra zu dir?
Ja, wenn
- du eine feststehende Kamera ohne Stromanschluss betreiben willst
- dir ein großes Sichtfeld von 125 Grad diagonal wichtig ist
- du sowohl unauffällige Infrarot- als auch farbige Nachtsicht nutzen willst
- du die Kamera dauerhaft per Solarpanel statt über Steckdosen laden willst
Nein, wenn
- du eine schwenk- und neigbare Kamera für einen sehr großen Bereich brauchst
- dir ein noch breiteres horizontales Sichtfeld von 180 Grad wichtig ist
- du eine höhere Bildrate als 15 fps für schnelle Bewegungen erwartest
- du ein Touchscreen-Bedienteil statt einer reinen App-Steuerung suchst
Für die Überwachung von Hauseingang, Einfahrt oder Garten mit einer kabellosen, solarbetriebenen Kamera deckt die Argus 3 Ultra die wichtigsten Punkte ab. Wer Schwenkbarkeit oder ein breiteres Sichtfeld sucht, findet das in benachbarten Modellen der gleichen Produktfamilie.
Sensor und Speicheroptionen im Detail
Der 1/2,7-Zoll-CMOS-Sensor bildet die Grundlage für die 4K-Auflösung der Argus 3 Ultra. Sensoren dieser Größe sind in vergleichbaren Außenkameras verbreitet, weil sie ein gutes Verhältnis zwischen Detailschärfe bei Tageslicht und Empfindlichkeit in der Dämmerung liefern.
Für die Speicherung stehen zwei Wege zur Verfügung: eine microSD-Karte mit bis zu 512 GB direkt in der Kamera oder die Reolink Cloud als externe Alternative. Wer die Aufnahmen unabhängig von der Karte in der Kamera sichern will, kann zusätzlich auf die Cloud-Option zurückgreifen, ohne dass dafür ein separater Rekorder nötig wäre.
Wer beide Wege parallel nutzt, ist gegen den häufigsten Ausfall abgesichert: eine microSD-Karte, die nach Monaten im Dauerschreibbetrieb aussteigt, ohne dass es jemandem auffällt. Wer nur lokal speichert, sollte die Karte deshalb in festen Abständen prüfen.
Montage und Ausrichtung für den Solarbetrieb
Damit der 21,6-Wh-Akku über das Solarpanel dauerhaft nachgeladen wird, ist die Ausrichtung des Panels entscheidend. In der Praxis bedeutet das, das Solarpanel nach Süden auszurichten und Standorte mit dauerhaftem Schatten durch Bäume, Dachüberstände oder Nachbargebäude zu vermeiden. Nur wenn ausreichend direktes Sonnenlicht auf das Panel trifft, gleicht die Nachladung den täglichen Energieverbrauch der Kamera aus.
Für die Kamera selbst gilt: Eine Montagehöhe von etwa 2,5 bis 3 Metern verhindert einerseits, dass die Kamera leicht erreicht und manipuliert wird, und liefert andererseits noch einen guten Blickwinkel auf Gesichter und Bewegungen im Erfassungsbereich. Bei zu hoher Montage nimmt die Detailschärfe von Personen ab, selbst wenn die Auflösung der Kamera unverändert bleibt.
Auch die Ausrichtung der Kamera selbst spielt eine Rolle für die Bewegungserkennung: Läuft eine Person direkt auf die Kamera zu statt quer durchs Bild, reagiert die PIR-Erkennung in der Regel zuverlässiger, weil sich die Wärmesignatur stärker verändert.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
Reolink Argus 4 Pro: höhere Auflösung und breiteres Sichtfeld
Die Argus 4 Pro löst mit 5120 x 1440 Pixel bei 15 fps über einen größeren 1/1,8-Zoll-CMOS-Sensor auf und deckt mit 180 Grad horizontalem und 50 Grad vertikalem Sichtfeld einen breiteren Bereich ab als die Argus 3 Ultra mit ihren 105 Grad horizontal. Der Akku fasst 5000 mAh, die Bewegungserkennung reicht laut Hersteller ebenfalls bis zu 10 Meter.
Für die Nachtsicht setzt die Argus 4 Pro auf fünf Spotlights mit je 2 Watt und 6500 Kelvin statt der zwei Spotlights der Argus 3 Ultra. Das IP66-Gehäuse bietet einen etwas höheren Wetterschutz als das IP65-Gehäuse der Argus 3 Ultra, gespeichert wird ebenfalls auf microSD-Karten bis 512 GB.
Für alle, die ein breiteres Sichtfeld und mehr Nachtsicht-Leistung suchen und dafür ein größeres Gehäuse akzeptieren, ist die Argus 4 Pro die konsequente Erweiterung innerhalb der gleichen Produktfamilie.
Reolink Argus PT Ultra: schwenk- und neigbar für große Flächen
Die Argus PT Ultra bietet mit 3840 x 2160 Pixel bei 15 fps die gleiche Grundauflösung wie die Argus 3 Ultra, lässt sich aber über einen Pan-Bereich von 355 Grad und einen Tilt-Bereich von 140 Grad schwenken und neigen. Damit deckt eine einzelne Kamera einen deutlich größeren Bereich ab als eine feststehende Kamera.
Der Akku fasst 21,6 Wh, identisch zur Argus 3 Ultra, das Sichtfeld liegt bei 90 Grad horizontal, 47 Grad vertikal und 110 Grad diagonal in der jeweiligen Momentaufnahme, bevor die Kamera schwenkt. Das Gehäuse ist mit IP65 wetterfest ausgelegt, gespeichert wird auf microSD-Karten bis 512 GB, per Reolink Cloud oder über NVR/FTP.
Für alle, die statt eines festen Sichtfelds eine aktiv schwenk- und neigbare Kamera für große Grundstücke oder Einfahrten suchen, ist die Argus PT Ultra die passende Alternative innerhalb der Baureihe.
Reolink Argus PT Plus: schwenkbar mit kompakterem Akku
Die Argus PT Plus löst mit 2560 x 1440 Pixel bei 15 fps über einen 1/3-Zoll-CMOS-Sensor niedriger auf als die Argus 3 Ultra, bietet aber ebenfalls einen Schwenkbereich von 355 Grad horizontal und 140 Grad vertikal. Der Akku fasst 6000 mAh, das diagonale Sichtfeld liegt bei 122 Grad.
Die Bewegungserkennung reicht laut Hersteller einstellbar bis zu 10 Meter, ebenso die Infrarot-Nachtsicht. Das Gehäuse ist mit IP64 etwas weniger wetterfest ausgelegt als das IP65-Gehäuse der Argus 3 Ultra, die Betriebstemperatur liegt bei -10 bis 55 Grad Celsius. Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 128 GB oder in der Reolink Cloud.
Für alle, die vor allem den Schwenkbereich wollen und dafür bei Auflösung und Speicherkapazität Abstriche machen können, ist die Argus PT Plus eine schlankere Variante innerhalb der Baureihe.
Häufige Fragen zur Reolink Argus 3 Ultra
Welche Auflösung liefert die Reolink Argus 3 Ultra?
Die Argus 3 Ultra liefert laut Hersteller 3840 x 2160 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde über einen 1/2,7-Zoll-CMOS-Sensor. Das entspricht einer 4K-Auflösung mit 8 Megapixel.Wie wird die Argus 3 Ultra mit Strom versorgt?
Die Kamera arbeitet mit einem 21,6-Wh-Akku, der sich über das mitgelieferte Solarpanel dauerhaft nachladen lässt. Ein fester Stromanschluss ist damit nicht notwendig.Wie weit reicht die Nachtsicht der Argus 3 Ultra?
Die Infrarot-Nachtsicht reicht laut Hersteller bis zu 10 Meter. Für farbige Nachtsicht stehen zusätzlich zwei Spotlights mit je 2 Watt und 6500 Kelvin zur Verfügung.Wie groß ist das Sichtfeld der Argus 3 Ultra?
Der Hersteller gibt ein horizontales Sichtfeld von 105 Grad, ein vertikales von 55 Grad und ein diagonales von 125 Grad an. Damit deckt eine einzelne Kamera bereits einen großen Bereich ab.Wie werden die Aufnahmen der Argus 3 Ultra gespeichert?
Die Kamera unterstützt microSD-Karten bis 512 GB sowie die Reolink Cloud als externe Speicheroption. Beide Wege lassen sich unabhängig voneinander nutzen.Fazit zur Reolink Argus 3 Ultra
Die Argus 3 Ultra ist die Kamera für den Fall, in dem am gewünschten Montageort schlicht keine Leitung liegt. Solange das Solarpanel wirklich Sonne bekommt, entfällt damit der einzige wiederkehrende Handgriff, das Abnehmen und Nachladen. Das feste Sichtfeld ist die Gegenleistung dafür: Wer ein ganzes Grundstück im Blick behalten will, ist mit einem schwenkbaren Modell besser bedient, für Eingang oder Einfahrt reichen die 125 Grad aus.
