ABUS Smartvest Basis-Set im Test: Funkalarmanlage ohne Vertrag

Das ABUS Smartvest Basis-Set richtet sich an alle, die ihr Zuhause mit einer funkbasierten Einbruchmeldeanlage absichern wollen, ohne dafür Kabel durch Wände zu verlegen. Im Lieferumfang enthalten sind die Zentrale, ein Öffnungsmelder, ein Bewegungsmelder und eine Fernbedienung.
Auffällig ist die Erweiterbarkeit des Systems: Die Zentrale verbindet laut Hersteller bis zu 32 Funk-Komponenten und bis zu 4 IP-Kameras miteinander, gesteuert über eine App für iOS und Android. Damit lässt sich das Basis-Set nach und nach um weitere Melder, Kameras oder eine Sirene ergänzen.
Getragen wird das Ganze von einer Funkfrequenz von 868,3 MHz, über die alle Komponenten mit der Zentrale kommunizieren, sowie von einem integrierten Lautsprecher, der im Alarmfall mit maximal 90 dB Lautstärke reagiert. Eine Notstromversorgung über 6 AA-Batterien hält das System auch bei einem Stromausfall für einige Stunden aktiv.
Die Daten im Überblick
| Modell | ABUS Smartvest Basis-Set (FUAA35000) |
|---|---|
| Funkfrequenz | 868,3 MHz |
| Erweiterbarkeit | Bis zu 32 Funk-Komponenten und bis zu 4 IP-Kameras |
| Alarmlautstärke | Maximal 90 dB über die Zentrale |
| Notstromversorgung | 6 x AA (1,5 V), ca. 5 Stunden Laufzeit |
| Spannungsversorgung | 5 V DC / 1,5 A über Netzteil |
| Netzwerkanschluss | RJ45, 10/100 Mbit |
| Öffnungsmelder-Batterie | 1 x 3-V-Knopfbatterie CR2032, bis zu 1 Jahr Laufzeit |
| Bewegungsmelder | 3 x AA (1,5 V), bis zu 2 Jahre Laufzeit, 12 m Reichweite bei 105° Winkel |
Werte nach den Angaben von ABUS.
Wie die App-Steuerung den Alltag verändert
Die Smartvest-App erlaubt laut Hersteller die Steuerung des Systems von überall, inklusive Push-Benachrichtigungen und E-Mail-Alarmen. Statt eines separaten Bedienteils an der Wand lässt sich die Anlage damit direkt vom Smartphone aus scharf- oder unscharfschalten, auch von unterwegs.
Die Netzwerk-LED an der Zentrale zeigt dabei an, ob eine Verbindung zum Internet besteht: Grün dauerhaft bedeutet eine bestehende Verbindung zu Netzwerk und Internet, grün blinkend eine Netzwerkverbindung ohne Internetzugang, rot signalisiert eine fehlende Netzwerkverbindung. Für den Fernzugriff per App ist eine aktive Internetverbindung notwendig.
Wer die eigene Alarmanlage in ein größeres Sicherheitskonzept einbetten will, findet einen Überblick bei getesteten Einbruchmeldeanlagen mit unterschiedlichen Erweiterungsoptionen.
Notstromversorgung und Netzbetrieb im Detail
Im Normalbetrieb läuft die Zentrale über ein 5-V-Netzteil mit 1,5 A, das bei anliegender Netzspannung automatisch startet. Fällt der Strom aus, übernehmen 6 AA-Batterien die Notstromversorgung für laut Hersteller rund 5 Stunden, bevor die Zentrale komplett ohne Spannung dasteht.
Diese Zeitspanne überbrückt kurze Stromausfälle vollständig und deckt bei längeren Ausfällen zumindest den kritischsten Zeitraum ab. Für noch längere Absicherung müsste zusätzlich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung oder ein Generator eingeplant werden, was über das Basis-Set selbst hinausgeht.
Wo das Smartvest Basis-Set an Grenzen kommt
Dafür
- Erweiterbar auf bis zu 32 Funk-Komponenten und 4 IP-Kameras
- App-Steuerung mit Push- und E-Mail-Benachrichtigung
- Notstromversorgung über 6 AA-Batterien mit rund 5 Stunden Laufzeit
- Bewegungsmelder mit 12 Metern Reichweite bei 105° Erfassungswinkel
- Öffnungsmelder mit bis zu 1 Jahr Batterielaufzeit
Dagegen
- Nur eine Alarmlautstärke von maximal 90 dB über die Zentrale, die separate Sirene bietet bis zu 100 dB
- Nur ein Bewegungsmelder im Lieferumfang, für mehr Raumüberwachung ist eine Erweiterung nötig
- Kein fest verkabeltes System, die Terxon SX bietet bis zu 10 verkabelte Meldezonen
- Notstromversorgung auf rund 5 Stunden begrenzt
- Keine eigene Außensirene im Basis-Set enthalten
Die Einschränkungen betreffen vor allem die Ausbaustufe im Lieferumfang, nicht die grundlegende Funktechnik. Wer mit einem Bewegungsmelder und einem Öffnungsmelder für den Einstieg auskommt, bekommt mit dem Basis-Set bereits eine vollständig funktionsfähige Anlage.
Passt das Smartvest Basis-Set zu dir?
Ja, wenn
- du eine funkbasierte Alarmanlage ohne Verkabelung installieren willst
- dir eine App-Steuerung mit Push-Benachrichtigung wichtig ist
- du das System später um weitere Melder oder Kameras erweitern willst
- dir eine Notstromversorgung von rund 5 Stunden bei Stromausfall ausreicht
Nein, wenn
- du von Anfang an mehrere Räume mit Bewegungsmeldern abdecken willst
- dir eine Alarmlautstärke über 90 dB direkt an der Zentrale wichtig ist
- du ein fest verkabeltes System mit vielen Meldezonen suchst
- du eine Außensirene bereits im Lieferumfang erwartest
Für den Einstieg in eine funkbasierte Alarmanlage mit App-Steuerung deckt das Smartvest Basis-Set die wichtigsten Punkte ab. Wer mehr Raumüberwachung, eine höhere Alarmlautstärke oder ein verkabeltes System sucht, findet das in den passenden Ergänzungen und benachbarten Modellen.
Netzwerkanbindung über RJ45 und WLAN-Alternativen
Die Zentrale verfügt laut Hersteller über einen integrierten RJ45-Netzwerkanschluss mit 10/100 Mbit, über den sie direkt per Kabel mit dem Router verbunden wird. Das sorgt für eine stabile Verbindung, setzt aber voraus, dass am gewählten Montageort ein Netzwerkkabel verlegt werden kann oder bereits vorhanden ist.
Für Haushalte, bei denen die Zentrale nicht in unmittelbarer Nähe des Routers stehen soll, empfiehlt sich entsprechend die Planung eines zusätzlichen Netzwerkkabels oder eines Powerline-Adapters, da eine reine WLAN-Anbindung der Zentrale in den Herstellerangaben nicht als Standardweg beschrieben wird. Bei der Standortwahl lohnt es sich deshalb, die Kabelführung von Anfang an mitzudenken, statt erst nach der Montage festzustellen, dass kein Netzwerkanschluss in Reichweite liegt.
Montage von Zentrale und Meldern im Detail
Die Zentrale lässt sich laut Hersteller wahlweise mit einem optionalen Standfuß aufstellen oder für die Wandmontage abnehmen, der Bohrlochabstand für die Aufhängung liegt bei 10 cm. Der Öffnungsmelder besteht aus zwei Teilen, die laut Hersteller horizontal maximal 0,5 cm und vertikal maximal 1,5 cm voneinander entfernt montiert werden sollen, damit die Erkennung zuverlässig funktioniert.
Der Bewegungsmelder wird laut Hersteller in einer Höhe von 2 bis 2,5 Metern über dem Boden montiert, um die angegebene Reichweite von 12 Metern zu erreichen. Alle Komponenten sind vorkonfiguriert und werden über Funk mit der Zentrale verbunden, ein zusätzliches Verkabeln der einzelnen Melder entfällt.
Für die Ersteinrichtung reicht laut Hersteller eine Plug-and-Play-Installation der Zentrale mit dem mitgelieferten 5-V-Netzteil, anschließend werden die Melder über die App eingelernt. Ein Werkzeug wird für die reine Inbetriebnahme nicht benötigt, für die Wandmontage der Komponenten sind Schrauben und ein Bohrer erforderlich.
Zurücksetzen und Reset-Optionen der Zentrale
Für den Fall, dass ein Passwort vergessen wurde, lässt sich die Zentrale laut Hersteller auf die Werkseinstellungen zurücksetzen: Der Reset-Knopf an der Unterseite wird im laufenden Betrieb mit einer Büroklammer für mehr als 10 Sekunden gedrückt, woraufhin die Power-LED erlischt, ein durchgehender Ton ertönt und die Anlage neu startet. Dabei werden ausschließlich Passwörter auf die Werkseinstellung sowie die Netzwerkeinstellungen auf DHCP zurückgesetzt.
Ein vollständiger Reset, bei dem auch das Pairing aller eingelernten Komponenten gelöscht wird, erfolgt im spannungslosen Zustand: Der Reset-Knopf wird gedrückt gehalten, während die Zentrale gleichzeitig mit Spannung versorgt wird, ebenfalls für mehr als 10 Sekunden. Diese Unterscheidung ist relevant, weil ein normales Passwort-Reset nicht versehentlich alle bereits eingelernten Melder aus dem System entfernt.
Für den Alltag bedeutet das, dass ein vergessenes Passwort keinen Totalausfall der Anlage bedeutet, ein kompletter Rückbau auf Werkseinstellungen aber bewusst einen zweiten, aufwendigeren Schritt erfordert, um versehentliches Löschen aller Komponenten zu vermeiden.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
ABUS Smartvest Basis-Set mit zweitem Bewegungsmelder: mehr Raumüberwachung
Diese Variante bündelt das reguläre Basis-Set mit einem zusätzlichen Bewegungsmelder FUBW35000. Der zweite Melder erkennt Bewegungen laut Hersteller ebenfalls in einem Radius von 12 Metern bei einem Winkel von 105 Grad und wird batteriebetrieben ohne Verkabelung montiert.
Damit lassen sich zwei Räume gleichzeitig überwachen, etwa Wohnzimmer und Flur, statt nur einen einzelnen Bereich mit dem im Basis-Set enthaltenen Melder. Die restliche Technik, Zentrale, Öffnungsmelder und Fernbedienung, entspricht dem regulären Basis-Set.
Für alle, die von Anfang an mehr als einen Raum mit Bewegungsmeldern abdecken wollen, ist diese Bundle-Variante die naheliegende Erweiterung gegenüber dem einfachen Basis-Set.
ABUS Funk-Sirene Smartvest: mehr Lautstärke und Außeneinsatz
Die Funk-Sirene FUSG35000A lässt sich laut Hersteller wahlweise auf 80 dB oder 100 dB Lautstärke einstellen und damit lauter betreiben als der integrierte Lautsprecher der Zentrale mit maximal 90 dB. Betrieben wird sie über 4 C-Batterien mit einer Laufzeit von bis zu 2 Jahren, ein Sabotage-Kontakt meldet eine versuchte Demontage.
Mit einer IP44-Einstufung ist die Sirene laut Hersteller für den geschützten Außenbereich geeignet, etwa unter einem Dachvorsprung oder in einer Nische, aber nicht für den ungeschützten Freiluft-Einsatz. Über eine LED-Kammer signalisiert sie zusätzlich optisch, wenn ein Alarm ausgelöst wurde.
Für alle, die eine zusätzliche, lautere Alarmierung außen am Haus wollen, ist die Funk-Sirene die passende Ergänzung zum Basis-Set.
ABUS Terxon SX: verkabeltes System mit mehr Meldezonen
Der Terxon SX geht über das funkbasierte Smartvest-System hinaus und bietet laut Hersteller Anschlüsse für bis zu 10 verkabelte Meldezonen bei vollüberwachter Schleife oder 2-Draht-Beschaltung. Bis zu 10 Nutzer lassen sich anlegen, dazu kommt eine Anschlussmöglichkeit für bis zu 8 Ausgänge, über die sich weitere Komponenten steuern lassen.
Die voreingestellte Zeit, um einen ausgelösten Alarm nach Betreten zu stornieren, liegt laut Hersteller standardmäßig bei 120 Sekunden. Als verkabeltes System eignet sich der Terxon SX besonders für Neubauten oder größere Objekte, bei denen die Verkabelung ohnehin während des Baus verlegt wird.
Für alle, die ein fest verkabeltes System mit mehr Meldezonen und mehr Nutzern suchen und dafür eine aufwendigere Installation akzeptieren, ist der Terxon SX die umfangreichere Alternative gegenüber dem funkbasierten Smartvest.
Häufige Fragen zum ABUS Smartvest Basis-Set
Wie viele Komponenten lassen sich mit der Smartvest-Zentrale verbinden?
Laut Hersteller lassen sich bis zu 32 Funk-Komponenten und bis zu 4 IP-Kameras mit der Zentrale verbinden. Das Basis-Set selbst enthält davon zunächst einen Öffnungs- und einen Bewegungsmelder.Wie laut ist der Alarm der Smartvest-Zentrale?
Der integrierte Lautsprecher der Zentrale erreicht laut Hersteller maximal 90 dB. Für eine lautere Alarmierung im Außenbereich lässt sich die separate Funk-Sirene mit bis zu 100 dB ergänzen.Wie lange läuft die Notstromversorgung bei Stromausfall?
Die 6 AA-Batterien der Zentrale versorgen das System laut Hersteller für rund 5 Stunden mit Notstrom. Im Normalbetrieb läuft die Zentrale über ein 5-V-Netzteil.Welche Reichweite hat der mitgelieferte Bewegungsmelder?
Der Bewegungsmelder erkennt laut Hersteller Bewegungen in einem Radius von 12 Metern bei einem Winkel von 105 Grad. Montiert wird er in einer Höhe von 2 bis 2,5 Metern über dem Boden.Wie lange hält die Batterie des Öffnungsmelders?
Der Öffnungsmelder wird laut Hersteller über eine 3-V-Knopfbatterie CR2032 versorgt, die bis zu 1 Jahr hält. Die Smartvest-App warnt bei niedrigem Batteriestand.Fazit zum ABUS Smartvest Basis-Set
Das Basis-Set ist bewusst als Anfang gedacht, nicht als fertige Anlage: Ein Öffnungsmelder und ein Bewegungsmelder sichern eine Tür und einen Raum, alles Weitere kommt über die 32 Funkplätze nach und nach dazu. Wer das von Anfang an einplant, umgeht die typische Enttäuschung, dass ein Einsteigerset das ganze Haus abdecken soll. Wichtig bleibt die Netzwerkfrage: Die Zentrale will per Kabel an den Router, und dieser Standort sollte vor der Montage feststehen.
