Reolink Argus 3 Ultra oder eufy SoloCam S340: Welche Akku-Kamera passt?

Beide Kameras hängen ohne Kabel an der Hauswand, beide laden über ein Solarpanel und beide verlangen kein Monatsabo. Trotzdem lösen sie zwei verschiedene Aufgaben: die eine schaut fest auf einen Ausschnitt und liefert dort die meisten Pixel, die andere dreht sich im Kreis und verfolgt, was sich bewegt.
Wer erst noch die Klasse abwägt, findet die Übersicht bei den Sicherheitskameras für außen. Hier stehen die Reolink Argus 3 Ultra im Solar-Set und die eufy SoloCam S340 mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Reolink Argus 3 Ultra, wenn ein fester Bereich scharf aufgezeichnet werden sollacht Megapixel, Farbnachtsicht mit Bewegungslicht und als einzige der beiden auch im 5-GHz-Netz
- Die eufy SoloCam S340, wenn ein Grundstück rundum im Blick sein soll360 Grad Schwenkbereich, zwei Objektive gleichzeitig im Bild und achtfacher Zoom auf das Detail
- Beide arbeiten mit Akku und Solarpanel, beide brauchen keine Monatsgebühr und keinen Hub zwingend
Die zwei Kandidaten
Reolink Argus 3 Ultra mit Solarpanel
8 Megapixel, feste Blickrichtung
eufy SoloCam S340
3K mit zwei Objektiven, 360 Grad
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Reolink Argus 3 Ultra | eufy SoloCam S340 |
|---|---|---|
| Auflösung | 8 MP | 3K |
| Objektive | eines | zwei, gleichzeitig im Bild |
| Zoom | keine Angabe | 8-fach |
| Blickbereich | fest ausgerichtet | 360 Grad schwenkbar |
| Verfolgung bewegter Objekte | keine Angabe | im Gerät, automatisch |
| Objekterkennung | Person, Fahrzeug, Haustier | bewegte Objekte |
| Genannte Reichweite | keine Angabe | bis 15 m |
| WLAN-Bänder | 2,4 und 5 GHz | 2,4 GHz |
| Stromversorgung | Akku mit Solarpanel | Akku mit Solarpanel |
| Solarpanel | im Lieferumfang | abnehmbar, im Lieferumfang |
| Nachtsicht | Farbe, mit Bewegungslicht | keine Angabe |
| Hub nötig | nein | nein |
| Monatsgebühr | nein | nein |
| Schutzart | IP65 | keine Angabe |
| Garantie laut Datenblatt | 2 Jahre | keine Angabe |
| Montagezeit laut Hersteller | keine Angabe | rund 5 Minuten |
| Gewicht laut Handel | rund 1,1 kg mit Panel | rund 630 g |
| Modellnummer | Argus 3 Ultra mit Solarpanel | T8170 |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: eufy nennt für die SoloCam weder Schutzart noch Garantiedauer und beschreibt die Nachtsicht nicht, Reolink macht keine Angabe zu Zoom und Reichweite; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Eigenschaft nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und Zubehör, beim Reolink-Set also mitsamt Solarpanel, und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert. Auflösung in Megapixeln und die Bezeichnung 3K sind nicht dieselbe Einheit, sie stehen hier so nebeneinander, wie die Hersteller sie angeben. Die weiter unten gerechneten Werte zu Pixeln, Sonnenertrag und Schwenkzeit beruhen auf diesen Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wann eine Aufnahme wirklich ein Gesicht zeigt
Die Rechnung mit den Pixeln pro Meter
Acht Megapixel bedeuten in der Breite rund 3840 Bildpunkte. Ein üblicher Weitwinkel deckt auf sechs Meter Entfernung etwa acht Meter Breite ab, macht rund 480 Bildpunkte je Meter.
Für die bloße Feststellung, dass da jemand ist, genügen wenige Dutzend Bildpunkte je Meter. Damit ein Gesicht später wiedererkennbar ist, rechnet die Sicherheitstechnik mit einer Größenordnung von 250 Bildpunkten je Meter.
Bei 3K liegen rund 2880 Bildpunkte in der Breite, im selben Ausschnitt also etwa 360 je Meter. Auch das reicht auf sechs Meter noch, fällt aber schneller unter die Schwelle, je weiter das Motiv weg ist.
Praktisch heißt das: Auf kurze Distanz nehmen sich beide wenig. Über zehn Meter hinaus zählt jeder Bildpunkt, und dort liegt die Reolink vorn, sofern die Kamera fest auf den richtigen Ausschnitt zeigt.
Ob das Solarpanel im Dezember reicht
Die Rechnung mit dem Winterertrag
Ein kleines Kamerapanel liefert im Sommer bei guter Ausrichtung grob vier bis sechs nutzbare Sonnenstunden am Tag. Im Dezember bleibt davon in Deutschland etwa ein Fünftel übrig, dazu kommen Tage komplett ohne Ertrag.
Der Verbrauch hängt fast nur an der Zahl der Auslösungen. Zwanzig Ereignisse am Tag mit je fünfzehn Sekunden Aufnahme und Funkübertragung sind ein anderer Haushalt als zweihundert Ereignisse an einer Straße.
Deshalb entscheidet die Ausrichtung mehr als die Panelgröße: nach Süden, möglichst steil gegen die flache Wintersonne, und ohne Ast oder Dachkante im Schatten.
Praktisch heißt das: Wer die Kamera auf einen belebten Gehweg richtet, sollte den Erfassungsbereich eingrenzen, sonst ist im Januar trotz Panel Nachladen per Kabel fällig. Ein abnehmbares Panel wie bei der eufy erlaubt, es getrennt an die sonnigere Stelle zu setzen.
Was ein Schwenkkopf kostet, während er dreht
Die Rechnung mit der Gehgeschwindigkeit
Ein Mensch geht mit rund 1,4 Metern in der Sekunde. Eine sechs Meter breite Einfahrt ist damit in gut vier Sekunden durchquert.
Eine feste Kamera sieht diese vier Sekunden vollständig, solange die Person im Bildwinkel liegt. Ein Schwenkkopf muss sich erst ausrichten, und die Zeit zwischen Auslösung und fertiger Verfolgung geht vom Ereignis ab.
Dafür deckt der Rundumschwenk eine Fläche ab, für die sonst drei fest montierte Kameras nötig wären. Die zwei Objektive der eufy mildern das Problem zusätzlich, weil Übersicht und Ausschnitt gleichzeitig aufgezeichnet werden.
Praktisch heißt das: An einem Engpass wie Haustür, Gartentor oder Garageneinfahrt ist die feste Ausrichtung im Vorteil. Auf einem offenen Grundstück ohne klaren Durchgang gewinnt die Kamera, die sich dreht.
Wofür welche Kamera reicht
Wie sich die Reolink im Einzelnen schlägt, steht im Test der Reolink Argus 3 Ultra. Wer die Kamera vor allem vom Handy aus bedienen will, findet die Auswahl bei den Sicherheitskameras mit App, und wer gleich mehrere Räume und Zugänge abdecken möchte, schaut in die Überwachungssysteme für zuhause.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Reolink spricht
- Acht Megapixel, die meisten Bildpunkte im Ausschnitt
- WLAN wahlweise im 2,4- oder 5-GHz-Band
- Farbnachtsicht mit zuschaltbarem Bewegungslicht
- Unterscheidet Person, Fahrzeug und Haustier
- IP65 und zwei Jahre Garantie im Datenblatt genannt
Für die eufy spricht
- Voller Rundumschwenk über 360 Grad
- Zwei Objektive, Übersicht und Detail in einem Bild
- Achtfacher Zoom auf die wichtige Stelle
- Verfolgung läuft im Gerät, nicht in der Cloud
- Abnehmbares Solarpanel und rund 630 Gramm
Der Unterschied ist kein Qualitätsgefälle, sondern eine Bauform-Entscheidung. Wer einen klaren Engpass hat, durch den jeder muss, montiert dort die feste Kamera und bekommt für dieselbe Fläche mehr Bildpunkte. Wer ein weitläufiges Grundstück ohne solchen Engpass sichert, würde mit festen Kameras drei Geräte, drei Montagestellen und drei Solarpanels brauchen. In diesem Fall ist der Schwenkkopf die günstigere Lösung, auch wenn er in den ersten Sekunden eines Ereignisses noch sucht.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Akku-Außenkameras
Darf ich die Kamera auf den Gehweg vor dem Haus richten?
Nur eingeschränkt. Das eigene Grundstück darf überwacht werden, öffentlicher Grund und das Nachbargrundstück grundsätzlich nicht. Praktisch heißt das: Erfassungsbereich in der App so zuschneiden, dass Straße und Nachbargarten außen vor bleiben. Das schont nebenbei den Akku, weil weniger Bewegung auslöst.Wie oft muss ich eine Solarkamera trotzdem laden?
Das hängt an den Auslösungen, nicht am Kalender. Eine Kamera an einer ruhigen Gartenseite kommt oft ganzjährig ohne Kabel aus, eine an einer belebten Straße braucht im Winter Nachhilfe. Wer im November merkt, dass der Ladestand fällt, sollte zuerst den Erfassungsbereich verkleinern.Braucht 5-GHz-WLAN einen besseren Router?
Nein, jeder aktuelle Router bringt beide Bänder mit. Der Punkt ist ein anderer: 5 GHz ist schneller und weniger überlaufen, kommt aber schlechter durch Wände. Für eine Kamera nah am Router ist es die bessere Wahl, für eine am hinteren Gartenzaun das 2,4-GHz-Band.Was passiert ohne Abo mit den Aufnahmen?
Beide Modelle sind für den Betrieb ohne Monatsgebühr gedacht und speichern lokal, entweder im Gerät oder auf einer Speicherkarte. Ein Abo kauft in der Regel Cloud-Speicher und zusätzliche Auswertungen, nicht die Grundfunktion. Wer lokal speichert, sollte die Karte einmal im Jahr prüfen.Reicht eine Kamera für ein Einfamilienhaus?
Für die Haustür ja, für das Grundstück selten. Sinnvoll ist die Frage nach Zugängen: Haustür, Terrassentür und Einfahrt sind drei Wege ins Haus. Eine schwenkbare Kamera kann zwei davon abdecken, wenn sie an der richtigen Ecke sitzt.Die Entscheidung in einem Satz
Reolink 4K Überwachungskamera Aussen Akku Argus 3 Ultra mit Solarpanel
Für Haustür, Tor und Einfahrt ist die Argus 3 Ultra die richtige Kamera, weil acht Megapixel auf einen festen Ausschnitt genau dort landen, wo Gesichter und Kennzeichen erkennbar werden müssen, und weil sie als einzige der beiden auch im 5-GHz-Band funkt. Die eufy SoloCam S340 lohnt sich, sobald es keinen solchen Engpass gibt: Ihr Rundumschwenk mit zwei Objektiven ersetzt auf einem offenen Grundstück mehrere fest montierte Kameras, und das abnehmbare Solarpanel darf an der sonnigeren Stelle sitzen. Vor beiden steht die Frage, wie viel Bewegung der Erfassungsbereich täglich auslöst.



