Nuki Smart Lock Ultra oder SwitchBot Lock Ultra: welches passt an Ihre Tür?

Beide Schlösser sitzen innen auf dem Zylinder, beide öffnen die Tür per App und beide sprechen Matter, laufen also mit Apple, Google und Alexa zusammen. Der Unterschied beginnt einen Schritt früher, nämlich bei der Frage, ob der vorhandene Schließzylinder in der Tür bleibt oder gegen den mitgelieferten getauscht wird.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Türschlössern für die Haustür. Hier stehen das Nuki Smart Lock Ultra und das SwitchBot Lock Ultra mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Das Nuki Smart Lock Ultra, wenn die physische Sicherheit mit erneuert werden sollder passende Universalzylinder liegt bei, WLAN steckt im Schloss und der Akku lädt in zwei Stunden direkt an der Tür
- Das SwitchBot Lock Ultra, wenn Fingerabdruck und Zahlencode dazugehören sollendie Touchscreen-Tastatur ist Teil des Sets, das Schloss öffnet in 1,75 Sekunden bei 20 Dezibel und hat einen zweiten Akku für den Notfall
- Beide sind werkzeuglos ohne Bohren montiert und beide unterstützen Matter
Die zwei Kandidaten
Nuki Smart Lock Ultra
Mit Universalzylinder, WLAN eingebaut
SwitchBot Lock Ultra
Mit Touchscreen-Tastatur im Set
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Nuki Smart Lock Ultra | SwitchBot Lock Ultra |
|---|---|---|
| Schließzylinder | Universalzylinder liegt bei | vorhandener bleibt in der Tür |
| Montage | ohne Bohren, unter 15 Minuten | werkzeuglos, ohne Bohren |
| Fingerabdruck | keine Angabe | ja, über die Tastatur im Set |
| Zahlencode | keine Angabe | ja, über die Tastatur im Set |
| Entsperrmethoden | drei Sperrmodi | bis zu 18 mit Zubehör |
| WLAN im Schloss | ja, integriert | keine Angabe |
| Matter | ja | ja |
| Sprachsteuerung | keine Angabe | Alexa und Google |
| Öffnungszeit | dreimal schneller als die Vorgänger | 1,75 Sekunden |
| Geräusch | keine Angabe | 20 dB |
| Akkulaufzeit | monatelang je Ladung | bis zu 9 Monate |
| Ladezeit | 2 Stunden | keine Angabe |
| Laden an der Tür | ja, Kabel liegt bei | keine Angabe |
| Notfallakku | keine Angabe | ja, zusätzlich |
| Automatisches Öffnen | Auto Unlock beim Heimkommen | automatische Entsperrung |
| Automatisches Verriegeln | Nachtmodus | magnetische Automatikverriegelung |
| Statusmeldung | keine Angabe | Warnung bei offener Tür |
| Gehäuse | kleinstes der Reihe | Vollmetall, 50 Prozent schlanker |
| Gewicht laut Handel | rund 250 g | rund 370 g |
| Modellnummer | 221145 | W5600000 |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich: Nuki nennt für das Ultra weder ein Geräuschmaß noch eine Öffnungszeit in Sekunden und beschreibt keine Tastatur, SwitchBot macht keine Angabe zur Ladezeit und dazu, ob das Schloss ohne Hub ins WLAN kommt; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Eigenschaft nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt, und Zubehör kann fehlende Funktionen bei beiden nachrüsten. Die achtzehn Entsperrmethoden gelten laut SwitchBot ausdrücklich in Verbindung mit Hub Mini und Keypad Touch, nicht mit dem Schloss allein. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und Zubehör und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert. Die weiter unten gerechneten Werte zu Schließvorgängen, Wartezeit und Zylinderüberstand beruhen auf diesen Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie oft der Akku wirklich leer ist
Die Rechnung mit den Schließvorgängen
Ein Vierpersonenhaushalt schließt die Haustür pro Tag grob zwölfmal auf und zwölfmal zu. Über neun Monate sind das rund 6500 Motorbewegungen aus einer Ladung.
Wer allein wohnt und morgens geht und abends kommt, liegt bei einem Viertel davon und wird die angegebene Laufzeit eher überschreiten. Bei einem Wohnungswechsel mit Kindern und Besuch kehrt sich das um.
Der zweite Punkt ist, was beim Nachladen passiert. Nuki nennt zwei Stunden und ein Kabel, mit dem direkt an der Tür geladen wird, SwitchBot hält währenddessen einen Notfallakku bereit.
Praktisch heißt das: Für den Alltag nehmen sich beide wenig. Wichtig ist nur, dass die Tür während des Ladens weiter funktioniert, und dafür haben beide Hersteller je eine eigene Antwort.
Was 1,75 Sekunden im Jahr ausmachen
Die Rechnung mit der Wartezeit
Ältere Motorschlösser brauchen für zwei Umdrehungen gut fünf Sekunden. Bei 1,75 Sekunden bleiben rund drei Sekunden Unterschied je Öffnung.
Zwölfmal am Tag ergibt das etwa sechsunddreißig Sekunden, über ein Jahr also gut drei Stunden, die niemand mehr vor der eigenen Tür steht. Das ist keine große Zahl, aber sie fällt genau dann an, wenn man Einkäufe trägt.
Die zwanzig Dezibel sind der zweite Teil davon. Das liegt in der Größenordnung von Blätterrauschen und ist im Treppenhaus nachts hörbar leiser als ein Motor, der einen halben Meter weit zu hören ist.
Praktisch heißt das: In einem Mehrparteienhaus mit hellhörigem Flur ist die Lautstärke das stärkere Argument als die Sekunden. Im freistehenden Haus ist beides eine Bequemlichkeitsfrage.
Warum der Zylinder mehr entscheidet als der Motor
Die Rechnung mit dem Überstand
Kein Motorschloss hält eine Tür zu, das macht der Zylinder. Der übliche Angriff dagegen ist das Ziehen des Kerns, und dafür braucht es etwas zum Ansetzen.
Als Faustregel gilt: Ein Zylinder sollte höchstens rund drei Millimeter aus dem Beschlag ragen. Wer eine sechzig Millimeter starke Tür hat und einen 35/45-Zylinder einbaut, steht schnell bei zehn Millimetern Überstand, und genau die sind der Hebel.
Ein Schutzbeschlag der Klasse ES1 oder höher deckt den Zylinder ab und nimmt dem Werkzeug die Angriffsfläche. Beim Nachrüsten auf einen bestehenden Zylinder bleibt dieser Punkt so, wie er vorher war.
Praktisch heißt das: Wer einen alten, überstehenden Zylinder in der Tür hat, gewinnt mit dem Nuki-Set mehr, weil ein passender Zylinder mitkommt. Wer erst kürzlich einen guten Zylinder samt Schutzbeschlag eingebaut hat, hätte davon nichts und behält ihn besser.
Wofür welches Schloss reicht
Wie sich ein Schloss mit eingebautem Fingerabdrucksensor im Einzelnen schlägt, steht im Test des WeLock Touca51. Wer den Zugang lieber über eine Zahlenkombination regelt, findet die Auswahl bei den Türschlössern mit Zahlencode, und wer auf den Finger setzt, schaut zu den Türschlössern mit Fingerprint.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für das Nuki spricht
- Sicherheitszylinder gehört zum Lieferumfang
- WLAN steckt im Schloss, kein Hub nötig
- Akku in zwei Stunden voll, Laden an der Tür
- Kleinstes Gehäuse der Reihe
- Auto Unlock und Nachtmodus ab Werk
Für das SwitchBot spricht
- Touchscreen-Tastatur mit Fingerabdruck im Set
- Öffnet in 1,75 Sekunden bei zwanzig Dezibel
- Zweiter Akku für den Notfall
- Vollmetallgehäuse mit magnetischem Verschluss
- Meldet, wenn die Tür unverschlossen bleibt
Die beiden Geräte beantworten dieselbe Frage von zwei Seiten. Nuki denkt vom Schließzylinder her und liefert ihn gleich mit, was die Tür als Ganzes besser macht und dafür einen Eingriff verlangt, den ein Mietvertrag nicht immer hergibt. SwitchBot denkt vom Zugang her und legt die Tastatur bei, damit auch Kinder, Reinigungskraft oder Besuch ohne Smartphone hineinkommen. Wer beides will, kauft bei Nuki die Tastatur separat dazu und ist am Ende bei derselben Ausstattung, nur in zwei Schritten.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu smarten Türschlössern
Komme ich noch mit dem normalen Schlüssel rein?
Bei beiden Bauarten ja, sofern von außen ein Zylinder mit Schlüsselaufnahme sitzt. Wichtig ist ein Zylinder, der sich auch dann drehen lässt, wenn innen ein Schlüssel steckt, sonst blockiert das Motorschloss den Notzugang. Ein Ersatzschlüssel gehört trotzdem nicht unter die Fußmatte, sondern zu einem Menschen des Vertrauens.Was passiert bei einem Stromausfall?
Nichts, beide Schlösser laufen mit Akku und hängen nicht am Hausstrom. Ausfallen kann der Fernzugriff, weil Router und Internet weg sind. Direkt an der Tür funktionieren Bluetooth, Tastatur und Schlüssel weiter.Darf ich so etwas in einer Mietwohnung anbringen?
Ein Aufsatz, der ohne Bohren auf den bestehenden Zylinder kommt, ist in der Regel unproblematisch und beim Auszug rückstandslos abgenommen. Sobald der Zylinder getauscht wird, sollte der Vermieter gefragt und der alte Zylinder aufgehoben werden. Im Zweifel vorher kurz schriftlich abstimmen.Ist ein smartes Schloss unsicherer als ein normales?
Die Schwachstelle bleibt der Zylinder, nicht die Funkstrecke. Wer die Tür aufbekommen will, zieht den Kern oder hebelt das Blatt, statt eine verschlüsselte Verbindung anzugreifen. Deshalb bringt ein Schutzbeschlag mehr Sicherheit als jede Einstellung in der App.Brauche ich für die App-Steuerung von unterwegs zusätzliche Technik?
Beim Nuki Ultra nicht, dort ist WLAN eingebaut. Bei SwitchBot laufen der volle Funktionsumfang und ein Teil der achtzehn Entsperrmethoden über Hub Mini und Keypad Touch, das steht so auch im Datenblatt. Wer nur vor der Tür entsperren will, kommt bei beiden ohne Zusatzgerät aus.Die Entscheidung in einem Satz
Nuki Smart Lock Ultra elektronisches Türschloss mit Bluetooth, WLAN und Matter
Wer eine eigene Haustür mit einem in die Jahre gekommenen Zylinder hat, fährt mit dem Nuki Smart Lock Ultra besser, weil der passende Sicherheitszylinder beiliegt, das WLAN ohne Zusatzgerät im Schloss steckt und der Akku in zwei Stunden direkt an der Tür wieder voll ist. Das SwitchBot Lock Ultra ist die richtige Wahl, sobald der vorhandene Zylinder bleiben muss oder Menschen ohne Smartphone hereinkommen sollen: Fingerabdruck und Zahlencode liegen dort als Tastatur bei, das Schloss öffnet in 1,75 Sekunden bei zwanzig Dezibel und hält für den leeren Hauptakku einen zweiten bereit. Vor beiden lohnt der Blick darauf, wie weit der Zylinder aus dem Beschlag ragt.


